Schlaf

Schlaf der Eltern

Die ersten Wochen nach der Entlassung aus der Klinik sind gerade bzgl. Schlaf eine große Herausforderung. Wenn die Babys zu Beginn z. B. einen drei Stunden Rhythmus haben, also alle drei Stunden aufwachen und Hunger haben, ist die Zeit für alles sehr knapp. Das Stillen/Flasche geben dauert vielleicht 1/2 Stunde, danach wickeln, beruhigen und zum Schlafen bringen –  mindestens eine Stunde weg. Bleiben nicht mal zwei Stunden bis zur nächsten Runde. Daher folgende Tipps für den Start:

Versucht möglichst, Tandem zu stillen/Flasche zu geben. Beim Stillen kommt oft auf der anderen Brust gleichzeitig ein Milchfluss, was das parallele Stillen erleichtert. Es gibt extra Tandem-Stillkissen, die Babys werden dabei links und rechts liegend neben die Mutter gelegt, die dabei z. B. auf einen Sofa sitzen kann. Ich habe keinen Sessel gefunden, der breit genug dafür war.
Das Anlegen der Babys ist dabei am kniffeligsten. Holt euch Hilfe von eurem Mann –  auch nachts! Wenn beide Babys erst einmal richtig trinken, kann er sich wieder schlafen legen.
Für gleichzeitiges Flasche geben die Babys mit leicht erhöhtem Oberkörper z. B. jeweils in die Kuhle eines Stillkissens nebeneinander legen und mit beiden Händen jeweils eine Flasche halten. Wenn sie etwas größer sind, halten sie die Flasche gerne selbst.


Schlaft, solange es geht, die Babys melden sich schon, wenn sie Hunger bekommen. Vergesst „Zeichen des Hungers“ anzuwenden, nutzt die Zeit lieber, um selbst eine Mütze Schlaf zu bekommen.


Wenn das erste Baby schreit, das andere sanft mit wecken. Mit der Zeit synchronisieren sie sich. Bei uns hatte immer das gleiche zuerst Hunger.


Neben dem Schlaf solltet ihr in diesem Zeitfenster natürlich selbst essen und auch genügend trinken. Ich war überrascht, wieviel Hunger das Stillen von Zwillingen mit sich brachte. Mein Mann musste von manchen Lebensmitteln gleich kleine Lagermengen kaufen. Lieben Dank noch mal dafür an Ihn 🙂


Alles andere wie Hausarbeit, das Verschicken niedlicher Baby-Fotos, Telefonate mit der neugierigen Verwandtschaft und Freunden oder andere Verpflichtungen sind zu Anfang nicht wichtig. Gebt euch genügend Zeit und kommt erst einmal als Familie an. Das Umfeld hat oft mehr Verständnis als angenommen – und wenn nicht können nachträgliche Berichte über die Anfangszeit vielleicht unmutige Gemüter beschwichtigen.


Setzt euch beim Stillen ganz auf eine Seite des Sofas und stellt euch direkt daneben einen kleinen Tisch. Während der Zeit des Stillens kann man so gleichzeitig eine Kleinigkeit essen oder trinken. In einer Thermoskanne kann Tee bereitstehen, Packung Würfelzucker daneben, großer Trinkbecher, Flasche Mineralwasser, Süßigkeiten, Knabberkram, Obst usw. Gerade nachts hilft es, wenn alles schon griffbereit ist.


Neben dem Wickeltisch sollte zusätzlich ein kleiner Tisch stehen, auf dem die Dinge bereit stehen, die immer wieder benötigt werden. Für das Säubern der Popos mit warmen Wasser hilft z. B. eine Thermosflasche mit warmen Wasser. So muss nicht jedes Mal in das Badezimmer gelaufen werden. Auch Cremes, Wischtücher und Windeln können dort bereitgelegt werden. Nachdem die Babys getrunken haben und frisch gewickelt wieder im Bett schlafen, sollte dieser Tisch wieder für die nächste Runde klar gemacht werden.


Haltet Ordnung. Legt die wichtigen Dinge griffbereit und immer an die gleiche Stelle und füllt wieder auf. Wenn zwei Babys gleichzeitig schreien, hat man nicht mehr die Muße nach der Creme, den Windeln oder nach sonst noch was zu suchen.


Überschätzt euch nicht. Die Hormone geben der Mutter viel Kraft, und durch die Schwangerschaft ist man auf die häufigen Schlafunterbrechungen recht gut vorbereitet. Trotzdem versucht, euch auf das Wichtigste zu konzentrieren: Selbst ausreichend schlafen, Babys versorgen, selbst gut essen und trinken.

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